Donald Runnicles, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin seit August 2009 und Chefdirigent des BBC Scottish Symphony Orchestra seit September 2009, war von 1992 bis 2009 Music Director der San Francisco Opera. Er ist außerdem Music Director des Grand Teton Music Festivals und Principal Guest Conductor des Atlanta Symphony Orchestra.
Geboren am 16. November 1954 in Edinburgh begann Donald Runnicles nach seinem Studium in Edinburgh und Cambridge seine Karriere 1980 in Deutschland, wo er schnell von der Position einer Korrepetitors in Mannheim zum Generalmusikdirektor in Freiburg (1989) aufstieg. Während dieser Zeit war er in der Sommersaison als Assistent bei den Bayreuther Festspielen und als Gastdirigent in ganz Europa tätig. 1991 gab er sein Debut bei den Festspielen in Glyndbourne, wo er die Jubiläumsproduktion von "Don Giovanni" anlässlich Mozarts 200. Todestags leitete. Seit 1992 ist er regelmäßig beim Edinburgh Festival zu Gast, wo er 1994 mit einer umjubelten Aufführung von Mahlers 8. Symphonie das Festival eröffnete. Das 50-Jahr-Jubiläum des Festivals eröffnete er mit zwei großen Chorwerken: Beethovens 9. Symphonie und Brittens "War Requiem".
Sein Debut in Nordamerika geriet zur Sensation, als er 1988 innerhalb von nur 5 Stunden eine "Lulu"-Produktion der Metropolitan Opera in New York übernahm. Zwei Jahre später leitete er zwei komplette "Ring"-Zyklen an der San Francisco Opera, was zu seiner Berufung zum Music Director des Opernhauses führte, eine Position, die er von 1992 bis Juli 2009 innehatte. Er leitete an der SFO mehr als 50 Produktionen, die ein breit gestreutes und weit über sein Hauptrepertoire von Mozart, Strauss und Wagner hinausgehendes Opernrepertoire umfassen: von Glucks "Orpheus und Euridike" bis zu den Nordamerika-Premieren von Tippets "King Priam" und Olivier Messiaen's "St. Francois d'Assise", die Welturaufführung von Conrad Susas "The Dangerous Liasons" und "Harvey Milk" von Michael Korie und Stewart Wallace. 2004 fand unter seiner musikalischen Leitung die international viel beachtete Welturaufführung von John Adams' "Dr. Atomic" statt.
Seit 2006 verbringt Donald Runnicles in den Sommermonaten einige Wochen in Wyoming, wo er mehrere Konzerte im Rahmen des Grand Teton Music Festivals leitet und auch bei Kammermusikkonzerten mitwirkt.
Als Principal Guest Conductor steht Donald Runnicles dem Atlanta Symphony Orchestra jede Saison fünf bis sechs Wochen zur Verfügung und ist im Sinne einer kreativen Partnerschaft in alle Aktivitäten des Orchesters wie CD-Aufnahmen, Chor- und Kammermusik sowie Weiterbildungsprogramme eingebunden. Weitere amerikanische Orchester, mit denen Donald Runnicles regelmäßig zusammenarbeitet, sind das Chicago Symphony sowohl in der Wintersaison als auch während des Sommers beim Ravinia Festival, das San Francisco Symphony und das New World Symphony. Darüber hinaus hat er Konzerte unter anderem mit den Symphonieorchestern von Cleveland, Pittsburgh, St. Louis, Dallas, Philadelphia und Boston dirigiert.
Eine besondere musikalische Bindung entstand zu den Musikern des Orchestra of St. Luke's während des International Music Festival in Caramoor 1998. Von 2001 bis 2006 war er Principal Conductor des New Yorker Orchesters und leitete zahlreiche Konzerte sowohl in der Carnegie Hall als auch im Rahmen des Caramoor Festivals.
Zu den europäischen Orchestern, mit denen Donald Runnicles zusammenarbeitet, zählen das BBC Symphony Orchestra, das BBC Scottish Symphony Orchestra (dessen Chefdirigent er ab September 2009 sein wird), das NDR Symphonieorchester, das Orchester des Bayerischen Rundfunks und andere führende deutsche Rundfunkorchester sowie das Israel Philharmonic, das Orchestre de Paris, die Staatskapelle Dresden, die Münchner Philharmoniker, die Wiener Symphoniker und das Royal Concertgebouw Orchestra. In der Saison 2003/2004 dirigierte er erstmals und mit großem Erfolg Konzerte sowohl der Berliner Philharmoniker als auch der Wiener Philharmoniker.
Donald Runnicles ist auch regelmäßiger Gast der international bedeutendsten Opernhäuser und Festivals. Sein Schaffen umfasst Dirigate bei den Bayreuther Festspielen, den Salzburger Festspielen - dort zuletzt die viel umjubelte Produktion "Die tote Stadt" von Erich Wolgang Korngold, die auch als Liveaufnahme auf CD erhältlich ist -, bei den London Proms, der Metropolitan Opera, der Opera National de Paris, der Mailänder Scala, der Staatsoper Berlin, der Deutschen Oper Berlin, der Kölner Oper, der Bayerischen Staatsoper München, der Hamburger Staatsoper, der Königlichen Oper Kopenhagen, der Züricher Oper und der Netherlands Opera. Eine besondere Beziehung verbindet ihn mit der Wiener Staatsoper, wo er über mehrere Jahre regelmäßig einen "Ring"-Zyklus dirigierte. 2001 leitete er die österreichische Erstaufführung der 4-aktigen Originalfassung von Brittens "Billy Budd". Andere Wiener Premieren waren Schostakowitschs "Lady Macbeth von Mtsensk" und Prokofieffs "Der feurige Engel" an der Wiener Volksoper. Im April 2004 leitete er an der Wiener Staatsoper eine neue Produktion von Wagners "Parsifal" und im Dezember 2004 Korngolds "Die tote Stadt", eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen. Sein Debüt an der Deutschen Oper Berlin, wo er im August 2009 die Position des Generalmusikdirektors übernommen hat, gab Donald Runnicles bereits 1989 mit Verdis "Der Troubadour". Beim Berliner Publikum machte er aber vor allem mit seinem fulminanten Dirigat zweier "Ring"-Zyklen im Februar 2007 von sich reden.
Auch als Pianist ist Donald Runnicles tätig, er tritt bei Kammermusikkonzerten und auch als Liedbegleiter auf.
Seine CD-Einspielungen umfassen Humperdincks "Hänsel und Gretel", Bellinis "I Capuleti e i Montecchi", Glucks "Orphee et Euridice" (1997 für den Grammy Award nominiert), Live-Aufnahmen von "Harvey Milk", "Billy Budd" und "Die tote Stadt", eine Wagner-CD mit symphonischen Highlights aus dem "Ring des Nibelungen" und dem "Siegfried-Idyll" mit der Staatskapelle Dresden. Weiters unter seiner Leitung entstanden eine CD mit Jane Eaglen (Lieder von Wagner, Strauss und Webern), eine Arien-CD mit Ben Heppner und eine Aufnahme der "Carmina burana" von Orff mit dem Atlanta Symphony Orchestra and Chorus. 2003 erschienen die CD "Symphony at the Opera", Zwischenspiele aus Werken von Schostakowitsch, Britten und Bernstein mit dem Orchester der San Francisco Opera eine CD mit Mozarts Symphonien Nr. 39 und 41 mit dem Orchestra of St. Luke's sowie Beethovens 9. Symphonie mit dem Atlanta Symphony Orchestra. 2006 erschien eine Gesamtaufnahme von Wagners "Tristan und Isolde", ein Livemitschnitt einer konzertanten Aufführung in London, die von der BBC aufgezeichnet und auch im Radio übertragen wurde. Ebenfalls 2006 erschien eine Wagner/Strauss-CD mit Christine Brewer.
Für seine Verdienste um die Musik wurde Donald Runnicles 1995 mit dem Ehrendoktorat für Musik der Universität von Edinburgh und im Juni 2004 von Queen Elizabeth II mit dem 'Order of the British Empire' (OBE) ausgezeichnet.
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